Sa 23.05.2026
A Coruña. Angenehmes Wetter, wenig Wind, nichts hindert uns noch am Lossegeln. Im Ria de Ferrol beim Castello San Felipe, einer massiven Befestigungsanlage aus dem 16.Jh, fällt der Anker. Wir fahren mit dem Dinghi an Land, es duftet nach Jasmin, nach Rosen, Glyzinen hängen schwer hinunter, Passionsblumen ranken sich um Zäune, Leute grillieren unter Sonnenschirmen es ist Pfingsten, fast 30 Grad.
In der Ensenada do Baño, der Nachbarbucht bei Mugardos, zieht ein Gewitter knapp an uns vorbei, die nächste Gewitterzelle in der Nacht bringt etwas Hagel, viel Niederschlag und einen Mückenschwarm, um 0130 ist Ruhe, wir können schlafen, der Anker hält perfekt.
Am Morgen sind wir im Nebel, gegen Mittag kommt die Sonne und ein Rochen schwimmt ums Schiff.
Anker auf, raus aus dem Ria und rein in die weite Bucht bei Ares, wo wir direkt hinter der Hafenmole ankern. Ares ist völlig verschlafen, die Ferienhäuser verriegelt. Der örtliche Supermarkt, „Froiz“ ist gut bestückt, nach der Wanderung zur schönen «Praia de A Barrosa» (inklusive Baden) ergänzen wir da unsere Vorräte.
Bei den Sisargas (Inseln) finden wir die gute Stelle zum Ankern (ohne Seegras.) Der Weg zum Leuchtturm ist unpassierbar, so machen wir ein paar Fotos und gehen zum Schiff zurück. Das Geschrei der Möwen begleitet uns, es schaukelt, ein friedlicher Ankerplatz.
Nach einem schönen Segeltag fällt der Anker vor dem Hafen in Camariñas. Der Blick auf den Ort ist nicht sonderlich erbauend, Bauruinen, Alubauten, Rost. Wir gehen auswärts essen ins «Bodegón o Percebe» und sind bei (Fast)-Vollmond mit dem letzten Dämmerlicht auf dem Schiff. Vollmond ist morgen.
Nur mit der Genua segeln wir friedlich ums gefürchtete Cabo Fisterra und ankern gleich dahinter in der Praia de Sardiñeiro.
Nach einer ruhigen Nacht legen wir unter Segel ab und werden mit einem herrlichen Segeltag verwöhnt, der Atlantik kann also auch ganz freundlich! Im hübschen Städtchen Muros legen wir in der Marina an, gehen duschen, waschen und ins "Darsena" Abendessen.
Muscheln gibt’s beim Fischhändler direkt beim Hafen, frischer geht nicht. Es gibt Spaghetti vongole zum Znacht, Roger ist selig.
Zurück vom Wandern schauen wir eine Weile dem Triathlon zu, der heute in Muros stattfindet. Am Sonntag nach Fronleichnam sind in den Gassen am Boden mit Blumen christliche Motive dargestellt. Wir schlendern staunend durch die Strassen.

Merci bei der Festung San Felipe

Gewitter naht

Sisarga Inseln

Camariñas

rudern nach Batterieausfall

Noia

Hafenbüro in Muros

alte Einsiedelei bei Muros

Triathlon in Muros

Blütenteppiche an Fronleichnam in Muros
Beim „Cabo Corrubedo“ setzen wir nach einer unruhigen Nacht vor Anker die Segel, und manövrieren mutig (unter Segel!) durch den engen «Canal das Sagres»; spektakulär, rechts und links bricht die Gischt an freiliegenden Felsen, die rund 20 Meter an uns vorbeiziehen. Hinter diesem Riff, in der Ria de Arousa ist es, wie auf einem See zu segeln, keine Wellen mehr. So kommen wir nach Ribeira (Club nautico deportivo de Riveira).
Am Abend gehen wir ins Restaurant «Faro de Salvora» essen, das Interieur sieht aus wie die spanische Version von ikea, die Möbel sind dunkelbraun anstatt hell wie im Norden.
Wie im letzten Herbst besuchen wir nochmals die Wanderdüne von Corrubedo und die Lagune gleich dahinter, mit öV, funktioniert bestens.
Es ist heiss heute, wir mieten ein Auto, fahren zum riesigen Dolmen de Axeitos, weiter zum Castro da Cida, holen in Muros ein Päckli ab von SVB (Motorenpanel-Teile) und sind gegen Abend zurück in Ribeira. R bastelt nun an seinem Motorenpanel, nach einer gefühlten Ewigkeit scheinen die Kabel richtig verbunden zu sein, wir können weiter.
Wir segeln durch die unzähligen Muschelbänke weiter hinein in die Ria de Arousa, vorbei an Tanklagern neben dem Industriehafen Porto Carril. Etwas verloren daneben liegt der Nationalpark der Illa Cortegada. Der Anker fällt, hält nicht. Beim Heraufziehen hängen zwei mit Schlick gefüllte Plastiksäcke und ein Pullover dran(!!). Beim zweiten Versuch hält er. Wir fahren mit dem Dinghi zur Insel, ein Rundweg führt durch Lorbeerwälder (!). Am Abend kommt die schmale Mondsichel Venus und Jupiter beeindruckend nahe, bezaubernd.
Am Morgen versuchen wir den Anker zu lichten, viel Schlick, ein Fischernetz inklusive Muringleine und Metallteile haben sich um die Ankerkette gewickelt. Sh…. Mit Müh und Not kommen wir frei.
Am Nordende der Insel Arousa hat es ein Bojenfeld, zum Glück!
Am längsten Tag legen wir bei herrlichem Wetter ab, setzen kurze Zeit später die Segel, und gleiten hinaus aus der Ria de Arousa. Nebel umschlingt uns, ein Fischerboot ohne AIS zeigt sich glücklicherweise auf dem Radarschirm und es kommt nicht zur Kollision.
Das Nebelhorn der Insel Ons ertönt, mystisch. Ons taucht plötzlich aus dem Nebel auf, wir sind etwa 400 Meter von ihr entfernt. Leider sind die paar Bojen besetzt, ankern macht uns nicht an, wir drehen ab und fahren in die Ria de Pontevedra, in den Puerto de Sanxenxo. Mit 51 € ein eher teurer Hafen in einem Retortenort. Viele der Ferienwohnungen sind noch leer, die Liegestuhl-Reihen auch. Wir geniessen jedoch die Annehmlichkeiten eines Hafens.
Wir segeln weiter hinein in die Ria de Pontevedra bis vor den Puerto de Raxó, da gibt es auch eine Boje für uns, judihui. Heute ist Johannisnacht, da wird gefeiert mit Feuern am Ufer und Feuerwerk.

Nationalpark Dunas de Corrubedo

Nationalpark Dunas de Corrubedo

Dolmen bei Ribeiro

Dolmen de Axeitos

Rio Ulla

Ursula

Ribeiro

Eine Metallstange, ein Pullover, 2 starke Plastiksäcke und ein Fischernetz am Anker

Ria de Arousa
Nur mit der Genua segeln wir bis vor die Marina von Combarro. Das Städtchen ist touristisch, jedoch recht malerisch mit vielen «Horreos» (alte Speicher). Wir melden uns an, gehen ausgiebig duschen und am Abend ins Restaurant Tintanegraarroz marinero essen.
Der heutige Spaziergang führt vorbei an vielen Gemüsegärten mit Mangold, Kartoffeln, Pimientos, Zucchetti, Tomaten, Bohnen. Weiter oben wächst der neue Weinjahrgang heran, viele Rebenwege führen hindurch, schön. Schöner Baumbestand, nicht die langweiligen Monokulturen der Eukalyptusbäume, die hier sonst allgegenwärtig sind. So macht Wandern Spass.
Wir legen ab, kreuzen, die Ria de Pontevedra hinaus und biegen ein in die Ria de Aldán und fahren vorbei an zahlreichen Muschelfarmen bis zuhinterst, da fällt der Anker vor der Praia de Arneles die schönste Bucht bis anhin, eine Fabrikruine am Ufer ist zwar keine Augenweide, die Rampe jedoch ist praktisch zum Anlegen mit dem Dinghi.
Vier irische Boote ankern neben uns, in 3 Tagen sei man hier, das sei beliebt.
Anker auf, hinaus aus der Ria, vorbei an den Cíes-Inseln, hinein in die Ria de Vigo; Da segeln wir wieder wie auf einem See, bis vor den Club Nautico de Cangas. Der Ort Cangas bietet jegliche Infrastruktur, versprüht jedoch kaum Charme.
Zu den Cíes-Inseln fahren wir mit dem Touristenboot, das lohnt sich, die Landschaft, das Meer und die Rundsicht vom Leuchtturm (178müM) sind spektakulär. Die Möwen zeigen ihren flauschigen Nachwuchs, Perleidechsen sind neugierig, wir begegnen Schmetterlingen, Singvögeln und vielen Zweibeinern.
Durch die schöne Altstadt von Vigo pilgern wir bei 30 Grad und hinauf zum «Castelo do Castro» einer beeindruckenden Festung aus dem 17. Jh mit Sicht hinunter auf die Stadt und hinüber zu den Cíes-Inseln. Vorbei an den Überresten einer keltischen Siedlung (Castro) aus dem 3.Jh vor Chr und Rolltreppen (!!) die den Aufstieg erleichtern würden; wir entdecken sie erst beim Hinuntergehen.
Wir verlassen den gemütlichen Hafen und kreuzen weiter die Ria de Vigo hoch und ankern in der Enseada de San Simón, einem recht schönen, ruhigen Platz. Es wird sehr heiss (35 Grad), wir verbringen den Tag mit Baden, Siesta, Baden, Trinken und Essen.
Unter Motor, der Wind bläst mit 17 Knoten genau von vorne, fahren wir im dicken Nebel nach Baiona, in den „Monte Real Club de Yates Marina“ am Fuss des Monte Real. Eine mittelalterliche Burg, heute genutzt als Parador (Luxus- und Komforthotels in historischen Gebäuden) thront auf dem Berg. 1493 hat die „Pinta“, eines der drei Schiffe von Columbus, nach der Entdeckung Amerikas Baiona als ersten Hafen angelaufen und somit hatten die Leute hier als erste von der Entdeckung Kenntnis.
Andre mit der K7solo ein macht auf seiner Reise gegen Norden hier Halt, wir gehen zusammen auswärts essen, in die Taberna la Boqueria, Reis ist hier Trumpf (arroz).
Fazit der Segelreise durch 6 Rias in Spaniens Galizien:
Die Vergangenheit ist allgegenwärtig, der Name Galizien geht auf eine Gruppe keltisch beeinflusster Völker zurück, die im Altertum in der Region lebten. Wir besuchen unter anderem Dolmen und die befestigten Siedlungen (die Castros)
Das Schöne an den Rias ist, dass überall geankert werden kann. Nachdenklich macht uns die Verschmutzung der Rias (Netze am Anker etc), angesichts der vielen Muschelfarmen und Industrieanlagen jedoch nicht verwunderlich.
Die verbauten Ufer und die viele Industrie hätten wir in dieser Dichte nicht erwartet.
Der Küste entlang finden sich daher auch kaum Wanderwege, die Bewegung kommt definitiv zu kurz.
Eukalyptus-Monokulturen sind schlicht schlimm, die Bäume wachsen rasch, lassen sich vielfältig einsetzen, der Biodiversität bringen sie jedoch nichts
Schöne, klassische Architektur trifft häufig auf unschöne Zweckbauten und Bauruinen.
Wir sind überall herzlich empfangen worden, unsere (bescheidenen) Spanischkenntnisse sind freudig zur Kenntnis genommen worden.

das Papier muss aufbewahrt werden

Bausünde in Raxo

Schwerwetterkleidung light

Bougainvilea

Baum

Nationalpark Cies Inseln

Cies Inseln

Perleidechse

Cies Inseln

Cies Inseln


